Album
Veröffentlicht auf 22. August 2016
Warum dauern solche eigentlich einfachen Dinge immer so lange? Gerade persönliche Erinnerungen, die man doch festhalten und weitergeben möchte. Irgendwie schlimm – aber besser spät als nie.
Ob ich es schaffe, endlich schöne Ordner anzulegen?
Mit all den Erinnerungen?
Urlaub, Geburtstage, Kita-Eingewöhnung?
Ich bin dran und gebe mir Mühe. Ich glaube, die ersten Ordner sind jetzt fertig. Nur noch ausdrucken und einkleben. Die Motivation lässt grüßen. Stundenlange Arbeit, die eigentlich Spaß macht – aber wo fängt man an? Zu viele Bilder, zu viele Eindrücke. Die Hälfte wird gelöscht. Natürliche Bilder, lachende Gesichter, aber auch traurige Momente. Stopp – die sortiere ich aus. Es sollen positive Erinnerungen sein. Momente, bei denen man sofort lächelt.
Tierparkbesuche – aber nicht nur die Tiere, sondern die Familie. Alsdorf, Leipzig, Erfurt oder Aachen? Alle Besuche festhalten? Nein – die schönsten. Ich möchte diese Ordner gestalten, damit man sieht, wie viele besondere Momente wir schon gemeinsam erlebt haben. Perspektiven, die man im Alltag oft übersieht. Veränderungen, die mit der Zeit sichtbar werden. Genau die Momente, die wirklich zählen.
Sicherlich fehlen auf manchen Bildern Menschen. Aber auch das gehört dazu. Man muss sie nicht immer sehen – sie waren da, ein Teil des Ganzen. Und genau das bleibt.
Wenn meine Tochter sich in 15 Jahren diese Alben anschaut, soll sie sehen, wie viel Glück sie hatte. Was sie erleben durfte. Wie sehr sie geliebt wurde.
Es sind Erinnerungen an vergangene Zeiten – Momente, die ich vermissen werde. Jahre, die wie im Flug vergangen sind. Wahnsinn.
Und trotzdem freue ich mich auf alles, was noch kommt. Neue Erinnerungen, die entstehen. Man lebt weiter, man genießt, man atmet, man fühlt.
Negative Dinge speichere ich bewusst nicht ab. Warum auch? Warum sollte man sich das immer wieder vor Augen führen? Natürlich gab es auch schwierige Zeiten – aber selbst darin steckte oft etwas Gutes.
Also: Schluss mit den Gedanken – zurück zum Album.
Anziehen, Computer aus (nach dem Abwasch natürlich), dann ab zu Rossmann, Bilder ausdrucken, einkleben und freuen. Vielleicht schreibe ich noch kleine Texte zu den Bildern… auch wenn die Grammatik manchmal nicht perfekt ist. Vielleicht reichen auch ein paar Worte. Oder einfach ein Smiley. Mal sehen – mir fällt schon etwas ein.
Bis dann.
PS: Es wäre so schön, wenn mehr Menschen ihre Fotos nicht nur digital speichern, sondern mit Herz ein Album gestalten – für ihre Kinder und auch für sich selbst. Um sich immer wieder daran zu erinnern, wie viele wundervolle Momente es gab und noch geben wird.
Jeden Tag werden Millionen von Fotos gemacht. Aber oft geht die Bedeutung dahinter verloren. Hauptsache ein Bild – ein Selfie vielleicht. Doch der Moment selbst, das Gefühl dahinter, wird schnell vergessen.
Ich finde das schade.
Dann lieber ein bisschen mehr Aufwand – aber dafür etwas Echtes. Etwas Persönliches. Etwas, das von Herzen kommt.
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