Ohne Leiden bildet sich kein Charakter

Veröffentlicht auf 30. August 2012

Ohne Leiden bildet sich kein Charakter.

Irgendwie passt dieses Zitat derzeit sehr gut zu mir. Nicht nur, dass ich es mir selbst bei einem absolut wunderbaren Mann „versaut“ habe – anders kann man es nicht nennen –, nein, die letzten Wochen waren gefühlsmäßig und auch sonst irgendwie durcheinander. Probleme häuften sich, ich bin umgezogen und habe mich zurückgezogen, verfiel wieder in alte Muster, die ich eigentlich ablegen wollte: sentimental sein, den ganzen Tag grübeln, alles überdenken…

Wenn man sich dann auf einmal doch wieder total allein fühlt, selbst unter Menschen, eigentlich nur Leere spürt – und sich dabei nichts anmerken lassen möchte – merkt man: Am Ende bringt es ja doch nichts. Ich habe gelernt, dass man sich nur auf die allerwenigsten wirklich verlassen kann. Am meisten auf die Familie.

Mein Kleiner wird bald in meinem Heimatdorf in die KiTa gehen. Vielleicht nennen mich manche Rabenmutter, mir fiel die Entscheidung nicht leicht, doch es ist einfach die beste Lösung. Ich weiß, er ist dort sehr gut aufgehoben. An den Wochenenden sehe ich ihn, unter der Woche kann ich mich auf meine Ausbildung konzentrieren. Klar, habe ich Angst, in diesen drei Jahren zu versagen oder die falsche Entscheidung getroffen zu haben, aber ich denke, mit der Unterstützung meiner Familie wird alles gut werden. Am Ende, wenn ich das alles geschafft habe, kann ich stolz auf mich sein.

Derzeit bin ich bei meinen Eltern, begleite den Kleinen in die KiTa, genieße die Ruhe auf dem Land. Die letzten Tage verbringe ich komplett mit ihm, treffe alte Freunde. Morgen oder übermorgen sehe ich endlich wieder eine gute Freundin, nach fast einem Jahr. Darauf freue ich mich besonders – einfach im Garten sitzen, Kaffee trinken, plaudern.

Am Freitag kommt meine „große Liebe“ zu mir. Ich freue mich darauf, habe aber auch ein wenig Angst. Das Treffen ist rein freundschaftlich – wir wollten uns mal wieder auf einen Kaffee treffen –, und wer weiß, wozu es gut ist. Ich weiß, dass er glücklich vergeben ist, und ich freue mich für ihn. In unseren letzten Nachrichten hat er gemerkt, wie schlecht es mir wirklich geht. Nach sechs Jahren kann ich ihm eben doch nichts vormachen, nicht einmal in einer einfachen Nachricht. Es wird gut sein, sich zu treffen – er ist einer der wenigen Menschen, die mich zu 100 % kennen und wissen, was in mir vorgeht. Selbstverständlich werde ich von diesem Treffen berichten.

Ich wünsche allen einen schönen Abend und genießt die restlichen Sommertage.

Glücklich, wenn die Tage fließen,
wechselnd zwischen Freud und Leid,
zwischen Schaffen und Genießen,
zwischen Welt und Einsamkeit.

(J.W.v. Goethe)

© S.WW

Geschrieben von in the end of the world

Veröffentlicht in #Freunde

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K
Für deine Zukunft wünsche ich dir alles Gute!
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